Info-Box: In Schulzimmern in Locarno und Montreux wurden während Hitzewellen Temperaturen gemessen, die weit über der Lerngrenze von 25 °C lagen – und das trotz bestehender Massnahmen. Laut SRF-Recherchen erreichten einzelne Schulzimmer im Sommer 2023 bis zu 42 °C.
Es ist kurz nach acht Uhr morgens. Draussen zeigt das Thermometer bereits 28 Grad, und die Wetterprognose verheisst nichts Gutes: 35 Grad bis zum Mittag. In den Schulzimmern der Schweiz beginnt ein langer Tag – für Kinder, Lehrpersonen und alle, die sich fragen: Was kann man jetzt noch tun?
Hitzefrei gibt es in der Schweiz nicht mehr. Der letzte Kanton, Basel-Stadt, schaffte die Regelung 2003 ab. Was bleibt, ist die Frage nach konkreten, sofort wirksamen Massnahmen.
Warum Hitze kein Komfortproblem ist
Ab etwa 25 °C Raumtemperatur beginnt die kognitive Leistungsfähigkeit messbar nachzulassen. Arbeitsphysiologen sind sich einig: Zwischen 21 und 23 Grad liegt die optimale Temperatur für konzentriertes Lernen und Arbeiten. Was darüber liegt, kostet Kraft – nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Aufmerksamkeit und das Erinnerungsvermögen. 20 Minuten
Mehrere Studien belegen, dass erhöhte Raumtemperaturen mit schlechteren Resultaten in kognitiven Tests und schulischen Prüfungen in Verbindung stehen. Das trifft Schülerinnen und Schüler – aber auch Lehrpersonen, die unter denselben Bedingungen unterrichten. Bildungimklimawandel
«Es ist selbstverständlich wichtig, dass auch die räumlichen Bedingungen so sind, dass ein einigermassen normales Unterrichten möglich ist.» — Dagmar Rösler, Zentralpräsidentin LCH, 2023
Was sofort hilft
Die gute Nachricht: Es gibt Massnahmen, die ohne Baubewilligung und ohne Wartezeit wirken.
Lüften – aber richtig. Querlüften in den frühen Morgenstunden, bevor die Aussentemperatur steigt, ist die wirksamste kostenlose Massnahme. Fenster und Türen auf gegenüberliegenden Seiten öffnen, zehn Minuten lüften, dann schliessen. Danach Jalousien oder Rollläden schliessen, um die Sonneneinstrahlung zu blockieren.
Sonnenschutz vor der Scheibe. Hitzeschutz beginnt aussen. Innen angebrachte Vorhänge oder Jalousien halten die Strahlung nicht auf – sie verwandeln das Schulzimmer in einen Treibhausraum. Aussenjalousien oder Markisen reduzieren den Wärmeeintrag um bis zu 75 %.
Unterricht verlagern. Wo möglich, lohnt es sich, an besonders heissen Tagen in sonnenabgewandte Teile des Schulhauses auszuweichen – ins Untergeschoss oder in einen schattigen Hof. Das kostet nichts und wirkt sofort. Kanton Bern
Mobile Klimageräte. Wo bauliche Massnahmen Jahre dauern, können mobile Klimageräte eine sofort wirksame Überbrückung sein. Sie kühlen gezielt einen Raum, brauchen keine Installation und können flexibel eingesetzt werden – im Schulzimmer, im Lehrerzimmer oder im Aufenthaltsraum.
Ventilatoren richtig einsetzen. Ventilatoren kühlen nicht die Luft, sondern erhöhen die gefühlte Abkühlung durch Luftbewegung. Bei Temperaturen über 35 °C verlieren sie ihre Wirkung – dann braucht es aktive Kühlung.
Was nicht hilft
Eiswürfel und nasse Tücher erzeugen lokale Abkühlung, erhöhen aber die Luftfeuchtigkeit im Raum – was die gefühlte Hitze bei schwülem Wetter verschlimmern kann.
Fenster tagsüber öffnen bei direkter Sonneneinstrahlung bringt heisse Aussenluft ins Zimmer. Lüften funktioniert nur, wenn die Aussentemperatur unter der Innentemperatur liegt – also früh morgens oder spät abends.
Abwarten auf die Sanierung. Viele Schulzimmer sind schlecht isoliert und durchlüftet, und bauliche Verbesserungen brauchen Zeit. Wer jetzt handeln muss, braucht mobile Lösungen – keine Versprechen für den übernächsten Sommer. SRF
Was Schulleitungen jetzt tun können
Eine einfache Sofortmassnahme für den nächsten Hitzetag: Erstelle eine Raumliste mit Temperaturen um 8 Uhr morgens. Die kühlen Räume werden priorisiert, der Stundenplan für heisse Tage angepasst. Das kostet nichts und schützt alle.
Mittelfristig lohnt es sich, mobile Klimageräte für die heissesten Räume zu evaluieren – nicht als Dauerlösung, aber als Überbrückung bis zu allfälligen baulichen Massnahmen.
Mobile Klimageräte für Schulzimmer und Lehrerzimmer: ecofort bietet Monoblock- und Split-Geräte für den mobilen Einsatz – ohne Installation, sofort einsatzbereit. Übersicht auf ecofort.ch.
Quellen
| # | Quelle |
|---|---|
| 1 | Rösler, D. (2023): Stellungnahme zur Hitze in Schweizer Schulen. LCH Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz – srf.ch |
| 2 | NCCS (2022): Projekt A.09 «Schulen trotzen der Hitze» – Pilotprojekte Montreux und Locarno. Nationale Klimaforschung Schweiz – nccs.admin.ch |
| 3 | Kampmann, B. (2016): Optimale Arbeitstemperatur. Bergische Universität Wuppertal, zit. in 20min.ch |
| 4 | Kanton Bern, BKD (2023): Hitze – So können sich Schulen gegen die Sommerhitze wappnen – education.bkd.be.ch |