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Blog 5 Min. Lesezeit 23. Mai 2026

Kühl und konzentriert: So übersteht eine Schulklasse den Hochsommer

Eine Studie der Universität Rotterdam zeigt, dass die Lösungsrate bei kognitiven Aufgaben bei 30 °C Raumtemperatur um bis zu 20 Prozent tiefer liegt als bei 22 °C. Hochsommerliche Temperaturen in Schweizer Schulzimmern sind damit nicht nur ein Komfortproblem – sie sind ein messbares Leistungsproblem.


Ende Juni, Mitte August, manchmal schon im Mai: Die Hitzewellen kommen verlässlich – und in vielen Schweizer Schulzimmern gibt es keinen Plan dafür. Die Storen sind halb offen, der Ventilator aus dem Keller brummt, die Konzentration ist im Keller. Dabei lässt sich mit wenigen gezielten Massnahmen viel erreichen, ohne dass eine teure Klimaanlage nötig ist.

Dieser Artikel richtet sich an Lehrpersonen und Schulleitungen, die mit dem vorhandenen Mittel das Beste herausholen wollen.

Schritt 1: Wärme draussen halten – bevor sie drin ist

Der wirksamste Schutz gegen Hitze im Schulzimmer ist Prävention: die Wärme erst gar nicht ins Gebäude lassen.

Stores und Jalousien konsequent schliessen: Externe Beschattung (Storen, Rafflamellen aussen) reduziert den Wärmeeintrag durch Fensterflächen um bis zu 75 Prozent. Innenliegende Vorhänge oder Rollos bringen deutlich weniger – die Sonnenstrahlung ist bereits drin, bevor sie reflektiert wird.

Morgens früh lüften, tagsüber schliessen: Wenn die Aussentemperatur in der Nacht auf unter 20 °C sinkt, ist Durchlüften das Wirksamste, was man tun kann. Fenster und Türen öffnen, Gebäude auskühlen lassen. Sobald die Aussentemperatur die Innentemperatur übersteigt – typischerweise zwischen 9 und 10 Uhr – Fenster schliessen und Stores runter. Diese Strategie hält einen Raum an einem 35-°C-Tag oft bis Mittag unter 26 °C.

Wärmequellen im Raum reduzieren: Beamer, Drucker, ältere Computermonitore geben erheblich Wärme ab. Geräte, die nicht gebraucht werden, abschalten – auch der Stand-by-Modus produziert Wärme.

Schritt 2: Luftbewegung erzeugen

Wenn die Wärme schon drin ist, hilft Luftbewegung. Der Windchill-Effekt lässt 28 °C bei leichtem Luftstrom subjektiv wie 24–25 °C wirken.

Ventilator richtig positionieren: Nicht direkt auf die Schülerinnen und Schüler richten – das erzeugt unangenehmen Zugwind. Den Ventilator leicht nach oben kippen, so dass die Luft über die Köpfe streicht und sich im Raum verteilt. Noch besser: den Ventilator gegenüber einem geöffneten Fenster aufstellen, so entsteht ein Luftstrom durch den ganzen Raum.

Querlüften wenn möglich: Gegenüberliegende Fenster und Türen gleichzeitig öffnen erzeugt auch ohne Ventilator einen Durchzug. Selbst an heissen Tagen ist Aussenluft oft kühler als die aufgestaute Innenluft – besonders in den Morgenstunden und gegen Abend.

«Thermische Behaglichkeit in Unterrichtsräumen setzt voraus, dass Raumtemperatur, Luftbewegung und Luftfeuchtigkeit aufeinander abgestimmt sind. Allein erhöhte Luftbewegung kann die empfundene Temperatur um 2–3 °C senken.» — SIA 382/1, Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein, 2014

Schritt 3: Unterricht anpassen

Technische Massnahmen allein reichen oft nicht. Wenn es heiss ist, braucht auch der Unterricht selbst eine Anpassung.

Kognitive Intensität zeitlich verlagern: Konzentrations- und Denkleistung sind am Morgen am grössten. An Hitzetagen sollten anspruchsvolle Fächer und Prüfungen in die ersten zwei Lektionen gelegt werden – und nachmittags eher Gruppenarbeiten, Präsentationen oder handwerkliche Tätigkeiten.

Regelmässige kurze Pausen einbauen: Alle 25–30 Minuten eine kurze Bewegungspause von 3–5 Minuten – idealerweise im Schatten draussen – hilft, die Körpertemperatur zu regulieren und die Konzentration wiederherzustellen.

Auf Anzeichen von Hitzeerschöpfung achten: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und starkes Schwitzen können auf eine Überhitzung hinweisen. Betroffene Schülerinnen und Schüler sofort in einen kühleren Raum bringen, Wasser trinken lassen und – bei anhaltenden Symptomen – medizinische Hilfe holen. Das gilt besonders für jüngere Kinder und Jugendliche.

Schritt 4: Hydration sicherstellen

Klingt selbstverständlich, wird aber unterschätzt: Schülerinnen und Schüler, die zu wenig trinken, werden schneller müde und unkonzentriert. An Hitzetagen sollte Wasser jederzeit zugänglich sein – auf dem Pult, nicht nur in der Pause. Eine einfache Regel: Wer nicht selbst trinkt, daran erinnern.

Schritt 5: Wenn nichts mehr hilft – kühlen

Wenn alle passiven Massnahmen ausgeschöpft sind und die Raumtemperatur trotzdem über 28 °C steigt, braucht es aktive Kühlung. Hier kommen mobile Klimageräte ins Spiel.

Wichtig dabei: Nicht jedes mobile Gerät eignet sich für Unterrichtsräume. Klassische Monoblock-Geräte sind zu laut für den Unterrichtsbetrieb (55–65 dB(A)). Für Schulzimmer empfehlen sich leise mobile Split-Geräte mit Silent-Modus unter 45 dB(A) – diese gibt es heute ohne Festinstallation und ohne Fachmann.


Leise mobile Klimageräte und Ventilatoren für Schulen finden Sie im ecofort-Sortiment: ecofort.ch/klimatisierung

Checkliste: Hitzetag im Schulzimmer

MassnahmeZeitpunktAufwand
Stores/Jalousien schliessen (Südseite)Vor Unterrichtsbeginngering
Morgens früh durchlüften06:00–09:00 Uhrgering
Fenster schliessen wenn Aussenluft wärmerab ca. 09:00–10:00 Uhrgering
Nicht gebrauchte Geräte ausschaltenLaufendgering
Ventilator aufstellen und korrekt positionierenVor Unterrichtsbeginngering
Kognitive Aufgaben in den Morgen verlegenStundenplanungmittel
Wasser auf den Pulten erlaubenLaufendgering
Kurze Bewegungspausen alle 25–30 Min.Im Unterrichtgering
Bei >28 °C: aktive Kühlung erwägenBei Bedarfmittel

Fazit

Hitze im Schulzimmer ist kein Naturgesetz, das einfach akzeptiert werden muss. Mit konsequenter Beschattung, gezieltem Lüften und kleinen Anpassungen im Unterrichtsablauf lässt sich die Situation an den meisten Tagen deutlich verbessern. Aktive Kühlung bleibt der letzte Schritt – aber manchmal ist er nötig. Wer sich rechtzeitig vorbereitet, hat mehr Optionen als wer im Juli plötzlich handeln muss.


Quellen

#Quelle
1Djongyang, N. et al. (2010): Thermal comfort: A review paper. Renewable and Sustainable Energy Reviews – sciencedirect.com
2SIA (2014): Norm 382/1 – Lüftungs- und Klimaanlagen, Allgemeine Grundlagen und Anforderungen. Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein – sia.ch
3Bundesamt für Gesundheit BAG (2023): Hitze und Gesundheit – Empfehlungen für Schulen und Betreuungseinrichtungen. BAG – bag.admin.ch
4SUVA (2021): Hitze am Arbeitsplatz – Massnahmen und Grenzwerte. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt – suva.ch

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