Laut einer Erhebung des Bundesamts für Statistik (BFS) wurden in der Schweiz bis 2022 weniger als 15 Prozent aller Schulgebäude mit mechanischer Kühlung ausgestattet. An heissen Sommertagen überschreiten die Raumtemperaturen in nicht klimatisierten Schulzimmern regelmässig 30 °C – ein Wert, bei dem konzentriertes Lernen kaum mehr möglich ist.
Der Sommer kommt. Und mit ihm die Frage, die viele Schulleitungen und Hauswarte jedes Jahr neu stellt: Wie kühlen wir die Räume, ohne eine teure Festinstallation zu verbauen? Die Antwort liegt oft in mobilen Klimageräten – aber nicht alle Geräte sind gleich. Wer die Unterschiede zwischen Monoblock und mobilem Split kennt, trifft die bessere Entscheidung.
Was «mobil» wirklich bedeutet
Mobile Klimageräte sind Geräte, die ohne Festinstallation auskommen: kein Kältemotor in der Aussenwand, kein Kältemittelleitungen durch die Fassade. Sie lassen sich im Prinzip von Raum zu Raum transportieren und brauchen nur eine Steckdose.
Das klingt nach der idealen Lösung für Schulen, die keine Baugenehmigung für eine Split-Anlage erhalten – oder bei denen ein Denkmalschutz oder eine Mietkonstruktion eine Festinstallation ausschliesst. Aber: Es gibt innerhalb der mobilen Kategorie erhebliche Unterschiede in Leistung, Lärm und Effizienz.
Monoblock: Das klassische Abluftgerät
Ein klassischer Monoblock ist ein Gerät, das Wärme aus dem Raum ansaugt, über einen Kälteprozess nach draussen transportiert – und dafür einen Abluftschlauch benötigt, der durch ein gekipptes Fenster oder eine spezielle Fensterabdichtung nach aussen geführt wird.
Vorteile
- Günstig in der Anschaffung (ab ca. 300 CHF)
- Sofort einsatzbereit, keine Montage
- Flexibel zwischen Räumen verschiebbar
Nachteile für Schulen
Der grösste Nachteil ist physikalischer Natur: Ein Monoblock saugt Raumluft an, um sie als Abluft nach aussen zu blasen. Das erzeugt einen Unterdruck im Raum – und durch Ritzen, Türspalten und Fenster strömt warme Aussenluft nach. Die Kühlwirkung ist damit deutlich schlechter als der angegebene Kühlleistungswert vermuten lässt.
Hinzu kommt: Monoblock-Geräte sind laut. Im Betrieb erreichen sie häufig 55–65 dB(A) – das entspricht der Lautstärke eines normalen Gesprächs, dauerhaft. Im Unterricht ist das eine erhebliche Belastung.
Geeignet für: Lehrerzimmer, Serverräume, Lagerräume – nicht für den laufenden Unterricht.
Mobiler Split: Die leise Alternative
Ein mobiler Split-Gerät trennt Verdampfer (innen) und Verflüssiger (aussen) in zwei Einheiten – genau wie eine Festinstallation, nur ohne feste Leitungen. Die Verbindung zwischen den beiden Einheiten erfolgt über flexible Schläuche, die durch ein Fenster oder eine kleine Öffnung geführt werden.
Vorteile
- Deutlich leiser als Monoblock: gute Modelle erreichen 35–42 dB(A) im Betrieb
- Kein Unterdruck-Problem: der Verflüssiger steht draussen, kein Abluftschlauch nötig
- Höhere Energieeffizienz: Effizienzklassen A bis A++ sind bei mobilen Splits erreichbar
- Kühlleistung entspricht annähernd dem Nennwert
Nachteile
- Höherer Anschaffungspreis (ab ca. 800–1’500 CHF)
- Ausseneinheit muss auf einem Fensterbrett, Balkon oder ähnlichem platziert werden können
- Etwas aufwändiger im Auf- und Abbau
Geeignet für: Klassenzimmer, Bibliotheken, Gruppenräume – überall, wo Lärm und Kühlwirkung zählen.
«Für Unterrichtsräume sind Geräuschpegel und Energieeffizienz die entscheidenden Kriterien bei der Auswahl von Kühllösungen. Geräte mit mehr als 45 dB(A) im Betrieb beeinträchtigen die Sprachverständlichkeit und damit den Lernerfolg erheblich.» — SUVA, Lärm und Vibrationen am Arbeitsplatz, 2020
Direkte Gegenüberstellung
| Kriterium | Monoblock | Mobiler Split |
|---|---|---|
| Anschaffungspreis | niedrig (ab 300 CHF) | mittel–hoch (ab 800 CHF) |
| Geräuschpegel | 55–65 dB(A) | 35–42 dB(A) |
| Energieeffizienz | C–E | A–A++ |
| Kühlwirkung (real) | deutlich unter Nennwert | nahe am Nennwert |
| Montageaufwand | minimal | gering |
| Für Unterricht geeignet | nein | ja |
| Flexibilität (Raumwechsel) | hoch | mittel |
Was Schulen vor dem Kauf klären sollten
1. Fensterkonstruktion prüfen
Mobile Splits brauchen eine Möglichkeit, die Verbindungsschläuche nach draussen zu führen. Kippdrehfenster, wie sie in vielen Schweizer Schulen vorkommen, eignen sich gut – es gibt passende Dichtungsrahmen für gängige Fenstertypen.
2. Stromversorgung
Die meisten mobilen Klimageräte laufen an einer normalen 230-V-Steckdose. Für grössere Geräte ab 3,5 kW Kühlleistung kann eine stärkere Absicherung nötig sein – das klärt der Elektriker in wenigen Minuten.
3. Kühlleistung richtig dimensionieren
Faustregel: ca. 70–80 Watt Kühlleistung pro Quadratmeter, plus Zuschlag für grosse Fensterflächen und Südausrichtung. Ein Schulzimmer mit 60 m² und viel Sonne braucht mindestens 4,5 kW Kühlleistung.
4. Wartung und Lagerung
Mobile Geräte müssen jährlich gereinigt werden (Filter, Kondensatablauf). Im Winter müssen sie trocken und aufrecht gelagert werden. Für Schulen mit wenig Lagerplatz ist das ein praktischer Punkt, der oft vergessen geht.
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Fazit
Wer kühlen will, ohne eine Festinstallation zu verbauen, hat mit mobilen Klimageräten eine gute Option. Aber: Für den laufenden Unterrichtsbetrieb ist der klassische Monoblock aufgrund seines Lärmpegels und der eingeschränkten Kühlwirkung kaum geeignet. Mobile Split-Geräte sind teurer, aber deutlich effektiver und leiser – und damit die sinnvollere Wahl für Schulzimmer, die echte Entlastung an heissen Tagen brauchen.
Quellen
| # | Quelle |
|---|---|
| 1 | Bundesamt für Statistik BFS (2022): Gebäude und Wohnungen – Schulgebäude in der Schweiz. BFS – bfs.admin.ch |
| 2 | SUVA (2020): Lärm und Vibrationen am Arbeitsplatz – Grenzwerte und Massnahmen. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt – suva.ch |
| 3 | Bundesamt für Energie SFOE (2023): Energieetikette für Klimageräte – Erklärung und Einstufung. SFOE – bfe.admin.ch |
| 4 | SIA (2014): Norm 382/1 – Lüftungs- und Klimaanlagen, Allgemeine Grundlagen. Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein – sia.ch |